AMERIKA-AMERIKA
OFF THE BEATEN PATH
REISETIPPSUSA
schon gewusst?
besuchte Staaten
Bevorzugte Links
Stories Impressum
Infos
Karte der USA
kurz-kurios-unwichtig
Stories Impressum

 ©

Verantwortlich für den Inhalt dieser Seiten:

Walter Vogel

Postfach 211011    85025 Ingolstadt 

Telefon: 0841-6579229 (täglich von 10 bis 22 Uhr - auch an Wochenenden)

Email:  waltvogel@email.de  

Falls Sie Fragen zu einer USA Reise haben und Vorschläge zu einer Tour brauchen, bin ich gerne zu Auskünften bereit, möglichst telefonisch oder per Email. Ich weiß schon recht viel aber natürlich nicht alles. Anfragen sind kostenlos und gratis, denn die USA sind ein Hobby von mir. Wenn Sie glauben, auf meinen Seiten Fehler gefunden zu haben oder Verbesserungen einbringen möchten, bitte ich um eine Mitteilung.

 

Mit den blauen Worten fängt immer eine neue Story an.

Geschichten und Geschichtchen von meinen USA-Reisen

Elvis, ich kann nicht sagen, dass ich der große Superfan bin aber natürlich mag ich ihn. Es war im März 1975 als ich mit einer Begleitung nach einem geschäftlichen Termin in Las Vegas ankam und uns dutzende Schilder mit der Aufschrift "Elvis now" entgegen kamen. Unser Quartier war das "Sands", heute steht an dieser Stelle das Venetian. Die Begleitung hatte am nächsten Tag Geburtstag und so lag es nahe, als Überraschung für die Nachtvorstellung Karten der Elvis-Schau zu besorgen.

Während die Begleitung ein Schläfchen abhielt, fuhr ich schnell zum Hotel Hilton in dem Elvis auftrat, um Karten zu kaufen. Voller Stolz ging ich zum Vorverkaufsschalter und bat um zwei Karten. Für welche Vorstellung sollen die Karten sein, wurde ich gefragt. Ja, natürlich für heute Abend, war meine Antwort. Die zwei Damen hinter dem Schalter lachten so laut, dass es in der halben Hotelhalle zu hören war. Die nächsten freien Vorstellungen wären im nächsten Jahr, vernahm ich. Na, Servus. Dank meiner Amerikaerfahrungen wußte ich, dass mit Dollars alles möglich ist, besonders im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten". Nach kurzer Zeit kam der von mir angeforderte "Maitre" und ich sagte zu ihm wortwörtlich: "ich brauche für heute Abend zwei Karten und gebe dir 50 Dollar extra" und dieser Mensch sagte prompt und ohne zu zögern nur ein Wort: "100".  Also gab ich ihm 100 Dollar ohne eine Quittung oder gar Karten zu erhalten. Ich müsse ihm vertrauen, meinte er, ich soll mich bei den VIPs anstellen und nicht in der Schlange, die bis weit auf die Straße reicht.

Gesagt, getan, aber natürlich hielt der in Las Vegas übliche Platzanweiser auch noch diskret die Hand auf in der meine 20 Dollar lautlos verschwanden. Für einen etwas größeren Schein könne er uns noch an einen etwas besseren Tisch quetschen, sagte er, aber ich dachte genug ist genug, denn zu all diesen Bestechungen kam noch das Eintrittsgeld in Höhe von 25 Dollar pro Person, das die Bedienung mit zwei Gratisgetränken erhob. Fazit: Die Menschen um die Schaus von Elvis, er hatte täglich zwei, haben wahrscheinlich mehr verdient als der King selbst. 170 Dollar waren damals über 500 Mark und gutes Geld. Übrigens: die 9o Minuten-Schau war gut. In allen Casinos sind Vorstellungen minutiös geplant, Zugaben gibt es nicht. Da schreit auch keiner "Zugabe" oder so.

Im nachhinein betrachtet, also nach seinem Tod, war es die Sache wert. Wer kann schon behaupten, Elvis live gesehen zu haben. Nun, bei mir war es der Zufall und sehr wichtig ist natürlich, dass man damals schon lebte und alt genug war. In Memphis und der Villa Graceland war ich nach seinem Tod mit vielen Fans , mehr als 50 Mal. Auch darüber könnte ich eine lange Geschichte schreiben. Unten ist das von Elvis entworfene Eingangstor von seiner Villa zu sehen.

Über die Shows und die Bestechlichkeiten des Personals in Las Vegas könnte ich ein Buch schreiben, wenn ich es denn könnte. Heute ist es allerdings etwas anders geworden, nachdem die IRS (das amerikanische Finanzministerium) einen Blick auf die Zustände geworfen hat. Aber wie heißt es bei uns in Bayern so schön: "A bisserl was geht immer".

Vor ein paar Jahren, es war zu einem runden Todestag,  habe ich am Grab von Elvis einen jungen Fan getroffen. Sie war wohl um die 18 Jahre alt und kam aus der Gegend von Lörrach. Sie klagte mir ihr Leid. Natürlich war sie traurig, dass der King sie verlassen hat, aber arg getroffen hat sie auch, dass die Blumen für das Grab, die sie sich vom Mund abgespart hatte, bereits am nächsten Tag vom Grab entfernt wurden.

Nun, zu den Geburtstagen und Todestagen kommen tausende Fans nach Graceland, die meisten haben Blumen dabei oder lassen von Blumengeschäften Buketts liefern, natürlich mit Schleifchen und Namen in Glitzerbuchstaben verziert. Bei der riesigen Menge an Gebinden muss jede Nacht wieder Platz gemacht werden für die neue Blütenpracht. Schade um die schönen Dollars.

Ein bildhübsches Mädchen saß jeden von den sieben Tagen, die sie in Memphis war, auf einer Bank gegenüber von Graceland. Nach ein paar Tagen sprach ich sie an und fragte, ob sie auf jemand warte, "nein" sagte sie und erklärte mir, "aber ich bin mir sicher, dass Elvis nicht gewollt hätte, dass die Menschen in Massen in sein Haus kommen". Wir haben lange diskutiert, ich konnte sie nicht überreden, Graceland zu besichtigen.

Bei all meinen Besuchen an Graceland ist mir aufgefallen, dass es sehr viele junge Besucher sind, die sich am Grab treffen. Die meisten Fans wurden erst geboren, nachdem der King schon tot war. Ein seltenes Phänomen.       

***

Die Polizei hat mich einige Male erwischt, weil ich ein paar Meilen zu schnell war, trotzdem ich etliche Jahre einen Radarwarner hatte. 

Es war in Colorado, wahrscheinlich so um 1975, als in einer 30er Zone plötzlich hinter mir das bekannte Leuchten mit den roten und blauen Farben erschien. OK, in den USA fährt man rechts an den Straßenrand und bleibt im Auto sitzen bis sich der Officer bequemt, an das Fahrzeug des "Verbrechers" zu gehen. Fast immer überprüft die Polizei vorher, ob das Auto als gestohlen gemeldet wurde, ob es eventuell unbezahlte Park- und Strafzettel gibt oder sonst etwas nicht stimmt. Dann verlangt der behutete Herr Führerschein und Zulassung. 99% aller Verkehrspolizisten sind allein im Auto unterwegs und sie haben immer recht, Zeugen werden nicht gebraucht. 

Also ich war zu schnell, wurde mir berichtet und es ist eine Strafe in Höhe von 50 $ fällig. Bargeld oder Scheck wurde verlangt. Damals waren bei uns noch die Euroschecks im Einsatz und so zückte ich einen EC Scheck und bei "Währung" machte ich ein Dollarzeichen, ohne den Vermerk "US". Da zeigte sich der Herr recht freundlich, vermeintlich nahm er an, es gäbe nur den amerikanischen Dollar, gab mir einen Umschlag mit einer vorgedruckten Adresse, in den ich den Scheck legen mußte und bat mich seinem Wagen zu folgen. So fuhren wir ein paar Meilen bis zu einem Briefkasten, dort wurde mir der Brief wieder ausgehändigt und unter den strengen Augen seiner Hohheit mußte ich den Umschlag selbst einwerfen. 

Einige Tage später war ich wieder zurück in der Heimat und berichtete meiner Bank von dem Vorfall. Hongkongdollar sind gemeint, sagte ich, denn die waren damals nur ein paar Pfennige wert, doch ich wurde sofort beruhigt, denn alle eingehenden, internationalen Schecks gingen über Frankfurt und die bearbeiteten nur Schecks mit europäischer Währung. Dieser Kelch oder besser gesagt, die 50$ sind an mir vorübergegangen. Ich habe nie wieder von der Angelegenheit gehört.

*

Arizona, Anfang der 70er Jahre. Auf der 160 vom Indianerdorf Tuba City nach Kayenta. Diese Strecke ist eigentlich zum Schnellfahren gemacht. Als mich ein Navajo- Officer anhielt war es mit der Herrlichkeit vorbei. Die Strafe würde so hoch ausfallen, dass er es bei einer Bezahlung nicht belassen kann. Ich mußte einen Wisch unterschreiben auf dem ich mit meiner Unterschrift  glaubhaft versicherte, dass ich mich innerhalb von drei Tagen auf dem Gericht in Flagstaff melde. Ich war auf dem Weg nach Denver und in ein paar Tagen ging mein Flugzeug, ich konnte unmöglich zurück nach Flagstaff und ich wollte auch nicht. Also ließ ich die Sache "ruhen". Von amerikanischen Bekannten erfuhr ich dann, dass ich für die nächsten fünf Jahre in Arizona auf der Fahndungsliste stehen würde.

Fünf Jahre lang, immer wenn ich in Arizona war, blieb ich penetrant vorsichtig, ob Geschwindigkeit, Parken oder sonst was. Das Gericht in Flagstaff hat mich nie gesehen.

* 

Es war auf dem Natchez Trace Parkway vor 30 oder 40 Jahren im Staate Mississippi, als ich mit Schwung in eine unübersichtliche Kurve fuhr und genau in dem Augenblick kommt mir ein Polizeifahrzeug entgegen. Mein Radarmelder hatte noch gepiepst, aber in Kurven kommen die Signale immer recht spät. Im Rückspiegel konnte ich schon sehen, dass der Officer bremste und umdrehte, also mir nachfuhr. Das übliche Prozedere und als ich meinen grauen, uralten, verwaschenen Führerschein vorzeigte fragte er forsch: "das soll ein Führerschein sein?" Nachdem ich bejahte und meine Begleiter dies bestätigten, flog der Führerschein mit den nicht gerade freundlichWorten "go and drive slow" durch das Fenster. Gott sei Dank, er hatte es eilig.

*

Irgendwo in Colorado. Blaulicht, Martinshorn hinter mir, ich rechts ran, ganz vorschriftsmäßig. Gerade am Abend zuvor wurde ich auch von der Polizei angehalten aber nur verwarnt. "Jetzt reichts aber, nicht schon wieder" schrie meine Begleiterin und schoß aus dem Auto. Das war für den Officer zu viel. Er zog seine Pistole und hielt sie im Anschlag auf die Lady. "Sofort zurück in den Wagen, sonst schieße ich" schrie er. Als ich ihm erklärte, dass wir am Abend vorher schon eine Kontrolle wegen nichts hatten, und die Frau weder englisch konnte noch die amerikanischen Gepflogenheiten, beruhigte er sich und wir konnten weiter. Er suchte einen Typen, der das gleiche Automodell fuhr wie wir.

*

Es war in Reno, ich streifte einen seitlichen weißen Strich und schwupps, Blaulicht hinter mir. Ich rechts ran und auf die Fragen des Polizisten sagte ich immer nur "nix understand, ei Germany" und "no capito. Germania". Der kluge Officer hielt es für notwendig einen Dolmetscher zu rufen, alles wegen 20 Zentimeter über dem weißen Strich. Natürlich war er im Recht aber kleinlich war er auch. Nach etwa 10 Minuten kam er angerauscht, der Dolmetscher auf einem dicken Motorrad. Er hatte viele Streifen und Sterne auf seiner Uniform, war wohl was Höheres. Nach einer kurzen Unterredung der beiden Gesetzeshüter kam der Übersetzer mit ausgestreckter Hand auf mich zu, um mich mit den Worten "ich Frankfurt, Apfelwoi und Fraulein wonderbar" mit Handschlag zu begrüßen. Das waren seine einzigen deutschen Worte. Ich erklärte ihm dann mein Fehlverhalten und er tat so als ob er jedes Wort versteht, wollte er doch seinem Untergebenen gegenüber als Mann von Welt dastehen. Mein "Dolmetscher" und der Officer wechselten ein paar Worte und ich konnte hören, wie mein Mann mit der tollen Uniform zu seinem Kollegen sagte "gib ihm einen Strafzettel, aber verfolg ihn nicht weiter und zerreiß deine Kopie."  Und wieder hatte ich ein schönes Souvenir aus USA.

*     

Manche Polizisten sind Fremden gegenüber recht freundlich und stellen nur eine kostenfreie Verwarnung aus.

Ich habe festgestellt, dass in den letzten Jahren nicht mehr so viele Geschwindigkeitskontrolleure  an den Straßen stehen wie noch vor 10 oder 20 Jahren. Das hat sicher auch damit zu tun, dass auf vielen Interstates das Limit bis zur Höchstgeschwindigkeit von 80 Meilen (gut 120 kmh) erhöht wurde. Ab 1973, als wegen der ersten Ölkrise bundesweit das 55 Meilen (gut 90 kmh) Gebot eingeführt wurde, standen die Herren noch an allen Ecken und Enden. In Montana galt das Gebot natürlich auch aber es wurde jahrzehntelang nie kontrolliert. Das wußten die Porsche- und Ferrarifahrer und alle anderen mit schnellen Autos selbstverständlich und fuhren zum "ausfahren der Bonzenschlitten" mal kurz übers Wochenende nach Montana. Heute soll gelegentlich auch kontrolliert werden. 

***

 

 Bald können hier mehr selbst erlebte, kuriose Geschichtchen gelesen werden.

 

REISETIPPSUSAschon gewusst?besuchte StaatenBevorzugte LinksStories ImpressumInfosKarte der USAkurz-kurios-unwichtig